Mein Weg
Geradeaus verlief dieser Weg selten.
Seit 1999 bin ich selbstständig. Mein größter beruflicher Erfolg ist für mich keine einzelne Auszeichnung, sondern die Fähigkeit, mich unter schwierigen Bedingungen immer wieder neu zu erfinden.
Der Anfang auf der Bühne
1999 begann meine Selbstständigkeit als Moderator. Einer meiner ersten Aufträge führte mich in ein Autohaus in Auerbach. Später moderierte ich Veranstaltungen, arbeitete als Entertainer und DJ und lernte, ein Publikum über viele Stunden hinweg aufmerksam zu begleiten.
Ein prägender Teil dieser Jahre war meine Arbeit bei TV Zwickau, später TV Westsachsen. Von 2004 bis 2018 moderierte ich das Abendmagazin „tag aktuell“. Die journalistische Arbeit hat mich gelehrt, Situationen schnell zu erfassen, genau nachzufragen und auch dann klar zu bleiben, wenn wenig Zeit ist.
Reden für besondere Momente
2012 begann ich mit freien Trauungen. 2013 kamen Trauerreden hinzu. Beides lag nahe und war doch etwas völlig anderes als eine klassische Moderation: Nicht das Format oder die Bühne standen im Mittelpunkt, sondern die Menschen und ihre Geschichte.
Die Trauerreden musste ich nach persönlichen Verlusten und gesundheitlichen Warnzeichen für mehrere Jahre unterbrechen. Diese Pause war notwendig. Ich lernte, für Menschen da zu sein, ohne selbst daran kaputtzugehen.
„Es ist traurig, dass ein Mensch nicht mehr lebt. Aber wir dürfen glücklich sein, dass wir ihn haben durften.“
Aus einer Pause entstand etwas Neues
Während dieser Zeit absolvierte ich bei ABB Seminare in Pößneck eine Ausbildung zum Trainer in der Erwachsenenbildung. Die Ärztin Nadja Meißgeier brachte mich auf die Idee, als Abschlussprojekt eine Ausbildung für Trauerredner zu entwickeln. So begann ich andere Redner auszubilden, bevor ich selbst wieder Trauerreden hielt.
2018 bat mich ein früherer Arbeitskollege die Trauerrede für seinen Vater zu übernehmen. Ich habe lange überlegt und schließlich zugesagt. Diese erste Rede nach rund fünf Jahren wurde mein Wiedereinstieg. Danach nahm ich wieder Kontakt zu Bestattern auf, und der Kalender füllte sich schneller, als ich erwartet hatte.
Unternehmen verändern sich
Die Jahre danach brachten neue Aufgaben. Aus einzelnen Angeboten entstanden die Marken CR Trauerredner, CR Hochzeitsredner und CR Seminare. Während der Coronazeit musste vieles neu gedacht werden. Aus der Arbeit als einzelner Redner entwickelte sich eine Agentur, in der heute mehrere Menschen Verantwortung übernehmen.
Ich habe dabei gelernt, dass Förderung Vertrauen braucht und dennoch enttäuschen kann. Als Unternehmer suche ich deshalb keine Kopien meiner Persönlichkeit. Entscheidend ist eine gemeinsame Wertebasis: zuverlässig arbeiten, offen miteinander umgehen und den Menschen ernst nehmen, für den wir da sind.
Heute
Heute arbeite ich weiterhin selbst als Redner, Moderator und Trainer. Gleichzeitig führe ich Unternehmen und begleite Menschen, die ihren eigenen Weg in dieser Arbeit finden. Arbeit und Leben trenne ich nicht künstlich. Ich liebe, was ich tue. Trotzdem möchte ich künftig etwas mehr Leichtigkeit zurückgewinnen und nicht jede Entwicklung schon heute bis ins Letzte absichern.
Vielleicht ist das die nächste Aufgabe: weiter sorgfältig arbeiten, ohne alles festhalten zu wollen.
Wenn ein Weg nicht mehr passt, darf ein neuer entstehen.
Diese Erfahrung hat mich mehr als einmal getragen. Sie ist bis heute ein wichtiger Teil meiner Arbeit als Unternehmer und Mentor.